Startseite | Impressum und Datenschutzerklärung
Sie sind hier: Startseite » Forschung

SAWaB

SOZIALWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG VERSCHIEDENER ASPEKTE DER WARNUNG DER BEVÖLKERUNG

Das Warnsystem in Deutschland ist weit entwickelt. Mit dem modularen Warnsystem (MoWaS) können Warnungen über alle angeschlossenen Kanäle an die Bevölkerung übermitelt werden. Bislang sind Forschung und Entwicklung auf dem Feld der Warnung der Bevölkerung jedoch vorrangig technisch ausgerichtet.

SAWaB soll deshalb psychologische und soziale Prozesse bei der Rezeption und Umsetzung von Warnmitteilungen und Handlungsempfehlungen an die Bevölkerung klären. Ziel sind Rahmenempfehlungen für eine effektive Gestaltung von amtlichen Warnungen unter Anwendung technischer Warnsysteme. Dies bezieht Kommunikations- und Informationsbedürfnisse, Vulnerabilitäten und Resilienzpotentiale verschiedener Bevölkerungsgruppen ein.

In Interviews mit Behördenvertreter*Innen werden amtlich vorbereitete Warnungen für verschiedene Szenarien sowie die Einschätzung zur Verständlichkeit und Umsetzbarkeit erfasst. Für bereits veröffentlichte Warntexte aus MoWaS werden Analysekategorien identifiziert.

Mittels verschiedener Befragungsformen werden Warn- sowie Kommunikations- und Informationsbedürfnisse unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen erfasst. Es wird sowohl auf die wahrgenommenen Risiken, bereits getätigte Vorsorgemaßnahmen, bereits zur Information genutzte und in Zukunft gewünschte Medien, als auch auf das Vertrauen in verschiedene Institutionen als Herausgeber amtlicher Warnungen eingegangen. Dabei wird der Diversität der Bevölkerung sowie besonderen Bedürfnissen und Einschränkungen Rechnung getragen. Ein besonderer Fokus wird auf Personen mit Migrationshintergrund sowie ältere Bevölkerungsgruppen gelegt.

Das Verständnis und die Glaubwürdigkeit von ausgewählten vorgefundenen Warnungen werden in Experimenten mit heterogenen Stichproben überprüft. Wo möglich wird angenommenes Verhalten erfasst (Umsetzung der Warnung) und die Erfahrungen mit Warnungen. Die Gestaltung exemplarischer Warnungstexte wird aufgrund der Ergebnisse optimiert mit Fokus auf Verständlichkeit, Umsetzbarkeit und wahrgenommener Dringlichkeit. Die optimierten Warntexte werden experimentell evaluiert.

Das Projekt hat zum Ziel, Rahmenempfehlungen für Behörden und Akteure des Bevölkerungsschutzes abzuleiten.

Gefördert vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Förderungszeitraum: Februar 2018 – Januar 2020

Projektteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Forschungsstelle FinkA
Prof. Dr. Stefan Strohschneider
Dr. Gesine Hofinger (fachliche Projektleitung)
Dr. Mareike Mähler
Dr. Laura Künzer
Robert Zinke, M.A.

Projektteam der Universität Greifswald, Lehrstuhl Gesundheit und Prävention
Prof. Dr. Silke Schmidt
Dr. Samuel Tomczyk
Maxi Rahn, Dipl.-Psych.