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Unsere Themen

Verschiedene Ebenen der Human Factors Analyse:

Human Factors

Das Team HF arbeitet in angewandter Forschung, Beratung und Training zu verschiedenen Themen der Human Factors-Psychologie.

Unter den menschlichen Faktoren, Human Factors, versteht man alle körperlichen, psychischen und sozialen Eigenheiten des Menschen, insofern sie das Handeln in und mit sozio-technischen Systemen beeinflussen oder von diesen beeinflusst werden. Human Factors als interdisziplinäre Wissenschaft befassen sich deshalb aus einer systemischen Perspektive mit dem Verhältnis von Menschen und Technik.

Anders gesagt geht es darum, das Verhältnis zwischen Menschen und ihren Aktivitäten zu optimieren. Dies geschieht durch die systematische Anwendung der Humanwissenschaften (vor allem der Psychologie) innerhalb der Systemgestaltung. Dabei verfolgen Wissenschaftler und Berater zwei Ziele: Die Ziele von Human Factors sind damit Effizienz und Sicherheit des Systems und das Wohlergehen des darin tätigen Menschen.

Human Factor-Analysen beziehen verschiedene Ebenen mit ein:

Individuum: z. B. gibt es physiologische Hinweise hinsichtlich Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Müdigkeit, Stress? Gibt es motivationale Probleme, beispielsweise sich an Standards zu halten?
Gruppe / Team: z. B. ist die Kommunikation im Team offen und unterstützend? Gibt es Mechanismen des Lernens in der Gruppe?
Organisation: z. B. wird Sicherheit hinreichend ernst genommen und werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen? Gibt es festgelegte Arbeitszeiten und werden diese auch eingehalten? Gibt es klare Regeln der Aufgabenverteilung und Verantwortlichkeiten hinsichtlich der Schnittstellen?
Technik: z. B. ist das Design aufgabenangemessen und mit den Erwartungen des Nutzers kompatibel?

Diese Themen vermitteln wir unter anderem in Grundlagenseminaren.

3. Auflage (englisch)

Crisis Management in Acute Care Settings, Third Edition [englisch] [2016]
Michael St.Pierre (Autor), Gesine Hofinger (Autor), Robert Simon (Autor)

Neue Auflage: Notfallmanagement

2. Überarbeitete Auflage erschienen im Juni 2011

St. Pierre, M., Hofinger, G., Buerschaper, C.
Notfallmanagement. Human Factors und Patientensicherheit in der Akutmedizin
Heidelberg: Springer, 346 Seiten
ISBN-10: 3642168809

Das Buch wurde aktualisiert und deutlich erweitert, vor allem die Kapitel über organisationale Aspekte der Patientensicherheit.


Seminarangebot:

Methoden der Fallanalyse
Blended Lerning Seminar in zwei Modulen
Online Modul: 01.11. - 30.11.2015
Präsenzmodul: 01.12. - 03.12.2016
veranstaltet von der Ärztekammer Berlin in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit
Infoflyer [160 KB]

Ein Notfall ist ein unerwünschtes Ereignis, dessen Eintritt möglich ist, aber nicht sicher erwartet werden kann und das zu Schaden führt. Der Notfall ist außerhalb des normalen Tagesgeschäfts, kann aber mit zur Verfügung stehenden Mitteln einer gesonderten Notfallbewältigungsorganisation bewältigt werden und muss deshalb begrifflich von der schwieriger zu bewältigenden Krise und Katastrophe abgegrenzt werden. Man muss unterscheiden zwischen einem „klassischen Notfall“ (vorhersehbares Ereignis, tritt irgendwann ein, z.B. Unfall) und einem „unvorhersehbaren Notfall“ (übersteigt Phantasie, wurde nie bedacht, keine klare Planung möglich).
Planung ist „Probehandeln“ im Kopf und die gedankliche Vorwegnahme von Maßnahmen und deren Effekte.

Die Notfallplanung ist ein wesentliches Vorsorgeinstrument, mit dem eine Behörde / ein Unternehmen möglichst angemessen auf einen in der Regel plötzlich auftretenden Notfall reagieren kann. Ein Notfallplan bietet organisatorische Unterstützung bei der Abwicklung des Ereignisses, da die einzuleitenden Aktivitäten oft nicht den erprobten Handlungen des Tagesgeschäfts entsprechen. Für die unterschiedlichsten Lagen (Pandemie, Strom-, Infrastrukturausfall, Naturereignisse, Überschwemmungen, IT-Ausfall etc.) kann ein Notfallplan eine Strukturierung der fachlich erforderlichen Aufgaben für das jeweilige Ereignis darstellen und mögliche Handlungsoptionen vorschlagen, um durch die Vorbereitungen eine gute Ausgangsposition im Notfall zu haben.

Ein Notfallplan will und kann nicht die Ursachen des Ereignisses beseitigen, aber dessen bedrohliche Konsequenzen. Der entscheidende Faktor bei der Notfallplanung ist Zeitgewinn.

Die grundsätzlichen Aufgaben im Rahmen einer Notfallplanung umfassen die Risiko-/Schwachstellenanalyse, die Planung der Bewältigung von Notfällen, die Planung der Weiterführung der Geschäftsaufgaben sowie die Planung der Übergänge in und aus dem Notfallplan. Zudem muss seine Umsetzbarkeit gesichert sein.
Bei der Anwendung eines Notfallplans ist unbedingt notwendig, den Zeitpunkt des Inkraftsetzens des Notfallplans (der beste Notfallplan bringt nichts, wenn er nicht angewendet wird) und ebenso die Bedingungen für seine Beendigung und den Übergang zum Normalbetrieb oder aber zum Krisenmanagement festzusetzen.

Das Team HF forscht und berät zum Thema Notfallplanung in verschiedenen Bereichen und Anwendungskontexten.

Alarme und Warnungen

Das Team HF forscht zur anwendungsbezogenen Gestaltung von Warnungen und Alarmen. Wir untersuchen praktische Elemente wie farbliche Gestaltung von Warnungen oder Textbausteine für Durchsagen, sowie psychologische Aspekte der Informationsverarbeitung und Entscheidungsprozesse.

Aufgrund ihrer Vielfältigkeit spielt insbesondere die Gestaltung der Warnungen und Alarme eine bedeutende Rolle. Viel zu oft werden Warnungen und Alarme so konzipiert, dass sie eher stören, anstatt sinnvoll zu warnen. Dies führt häufig dazu, dass sie abgeschaltet oder gar nicht mehr beachtet werden. Die Warnungen und Alarme verlieren so ihren eigentlichen Sinn.

Warnungen und Alarme sind im alltäglichen Leben in verschiedenen Formen zu finden:

· Akustisch in Form von Durchsage am Bahnsteig, als Feueralarme
· Optisch als Hinweisschilder an Notausgängen, als Sicherheitswarnung am Bildschirm
· Olfaktorisch bei Putzmitteln oder Klebern
· Haptisch in Form von Blindenleitstreifen und Vibrationsalarme

(Sicherheits-)Warnungen und Alarme - egal in welcher Form - haben vier Grundfunktionen:
Sie übermitteln Sicherheitsinformationen, sie sind dafür gedacht Verhalten von Menschen zu beeinflussen, sie sollen Gesundheitsprobleme, Schäden oder Unfälle reduzieren und können als Erinnerung für eine Gefahr dienen.

Publikationen:
- Künzer, L. (2015). Mythen der Räumung und Evakuierung. Feuertrutz (4), 44–47. pdf [315 KB]
- Künzer, L., Hofinger, G & Zink, T. (2014). Psychological Aspects of German Signal Words in Evacuation Warnings. In U. Weidmann, U. Kirsch & M. Schreckenberg (Hg), Pedestrian and Evacuation Dynamics 2012 (pp 1135-1147). pdf [324 KB]



Das Team HF forscht, lehrt und berät zu Besuchersicherheit aus psychologischer Sicht. Hierbei arbeiten wir mit Veranstaltern und Sicherheitsverantwortlichen zusammen. Unter anderem sind wir am Weiterbildungslehrgang "Fachplanung und Leitung Besuchersicherheit" an der FH Köln beteiligt.

Psychologische Aspekte der Besuchersicherheit werden zunehmend als wichtig erkannt. Relevante Themen sind z. B. das Verhalten von Menschenmengen, die Gestaltung von Fluchtwegen, die Gestaltung von Sicherheitsinformatinen, Crowding-Phänomene.
Ein ganzheitlicher Zugang zu Besuchersicherheit integriert anlass- und gefährdungsbezogene bauliche und technische Aspekte, Organisationsabläufe und Wissen über Besucher. Dies ist nur in Zusammenarbeit von Veranstaltern, Sicherheitsdiensten, Behörden, Einsatzorganisationen und Sicherheitsexperten erreichbar.

Publikationen:
- Künzer, L. (2015). Mythen der Räumung und Evakuierung. Feuertrutz (4), 44–47. pdf [315 KB]
- Künzer, L. & Hofinger, G. (2014). Besuchersicherheit aus psychologischer Sicht. Bevölkerungsschutz, 1/2014, 13-17. pdf [155 KB]

- Wiersch, M., Künzer, L. & Spielvogel, C. (2014). Aus der Praxis für die Praxis. Notfallkarten als Handlungshilfen für Mitarbeiter bei Großveranstaltungen. Bevölkerungsschutz 1/2014, 32–35. pdf [349 KB]

G. Hofinger, R. Heimann (Hrsg.) (2016)
Handbuch Stabsarbeit
Führungs- und Krisenstäbe in Einsatzorganisationen, Behörden und Unternehmen
Springer Verlag Berlin-Heidelberg
Infoflyer [489 KB]
Inhaltsverzeichnis [490 KB]
Beiträge des Team HF [154 KB]

Krisen- und Notfallmanager, BdSI der Simedia GmbH. Strategien und Training für Unternehmens- und Sicherheitsverantwortliche Flyer [1.635 KB]

Planspiel MS-Compass, das in Trainings des Krisenmanagements, insbesondere für Notfall- und Krisenstäbe, sowie für Entscheiden unter Stress eingesetzt wird.

Künzer, L. (2015). Mythen der Räumung und Evakuierung. Feuertrutz (4), 44–47. pdf [315 KB] Künzer, L. (2016). Myths of Evacuations. FeuerTRUTZ International (1), 8-11. pdf [1.964 KB]